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Schweizer Käse trotzt widrigen Exportverhältnissen

Die Schweizer Käsebranche konnte im ersten Halbjahr 2010 3.3 Prozent mehr Käse ausführen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit Ausnahme von Halb-Hart-, Extra-Hart- und Schmelzkäse, sowie Fertigfondue konnten alle Kategorien Zunahmen verzeichnen.

Im ersten Halbjahr 2010 exportierte die Schweizer Käsebranche 29'003 Tonnen Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue. Dies entspricht einer Steigerung von 936.1 Tonnen oder 3.3% im Vergleich zur Vorjahresperiode, wie die Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) mitteilt, basierend auf den neusten Zahlen der TSM Treuhand GmbH, Bern. Es ist sehr erfreulich, dass das letztjährige Niveau trotz schwierigen Exportverhältnissen, wie Konsumflaute und tiefem Eurokurs, gehalten werden konnte.

Nach einem guten Start ins 2010 musste mit dem Wechselkurseinbruch im April/Mai von etwa 1.49 auf  ungefähr 1.33 CHF (Juni 2010) auch ein schwächeres Exportwachstum in Kauf genommen werden. So betrug das Exportwachstum im Januar noch +12.8% und hat sich jetzt im Juni auf +3.3% verringert. Der schwache Euro ist wie für die gesamte Schweizer Exportwirtschaft auch problematisch für den Schweizer Käseexport. Während das Wachstum innerhalb Europas +1.5% (+354 Tonnen) betrug, legten die Exporte ausserhalb der EU um +13.2% (+582 Tonnen) zu.

Die grösste Steigerung beim Export konnten die Sortenkäse Le Gruyère AOC (+10.9%, +520.6 Tonnen)  und Appenzeller®  (+11.6%, +277.1 Tonnen) verbuchen. Der Emmentaler AOC musste Einbussen (-1.2%, -107.3 Tonnen) hinnehmen. Er bleibt jedoch mit 9115.8 Tonnen das stärkste Exportprodukt unter den Schweizer Käsen.

Die Kategorie „andere Halbhartkäse“, die noch Ende 2009 am stärksten im Export zulegen konnte, musste im ersten Halbjahr 2010 einen starken Rückgang von -27.7% (-793.4 Tonnen) verzeichnen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass ein Grossteil dieser Kategorie in die preissensible Industrie fliesst.

Bei den Frisch- und Weichkäsen konnte die ausgeführte Menge wieder stark gesteigert werden (+73.8%, +662.7 Tonnen bzw. +41.4%, +231.2 Tonnen) In diesen zwei Kategorien können Schweizer Hersteller im Ausland mehr und mehr Fuss fassen und Marktlücken füllen. Dies ist sehr wichtig, da diese beiden Kategorien diejenigen mit dem stärksten Importdruck sind.

Die Importe nahmen im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1702 Tonnen ausländischer Käse inkl. Schmelzkäse (+7.9%) zu; sie erreichten 23’280 Tonnen. Insbesondere haben die Frischkäse-, Mozarella- und diverse Blauschimmelkäse- Importe zugenommen. Auch die preisgünstigen Industrieprodukte im „andere Halbhartkäse“- Bereich legten um 205 Tonnen zu(+7.0%). In der Kategorie Hartkäse, in der die Schweizer Käse traditionell sehr stark sind, sind die Importe um -119.6 Tonnen (-7.7%) gesunken.

Exporte von Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue von Januar bis Juni 2010  im Vergleich zur Vorjahresperiode (Tonnen, Rundungsdifferenzen sind möglich).

 

Käseexporte Januar bis Juni

 

 

Käseexporte (Tonnen)

2009

2010

Differenz

%

Frischkäse

898.3

1’561.0

662.7

73.8

Weichkäse

558.0

789.2

231.2

41.4

Halbhartkäse

6'306.7

5'822.6

-484.0

-7.7

Hartkäse

15'841.8

16'309.9

468.1

3.0

Extra-Hartkäse

140.6

114.5

-26.2

-18.6

Schmelzkäse

1’855.8

1'512.5

-343.2

-18.5

Fertigfondue

1'663.0

1'608.9

-54.1

-3.3

Andere Käse

803.0

1284.6

481.6

60.0

Total

28'067.1

29'003.2

936.1

3.3

Quelle: TSM Treuhand GmbH, Bern/OZD

 

 

 


04 August 2010
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