Antworten auf die häufigsten Fragen
Nach einem eher harzigen Start entwickelten sich die Käseexportzahlen 2009 im Laufe des Jahres positiv. Im Jahr 2009 wurden total 62'146 Tonnen Käse exportiert, was das Vorjahresergebnis um 956 Tonnen oder 1.6 Prozent übertrifft.
Im letzten Jahr exportierte die Schweiz 62'146 Tonnen Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue, teilt die Switzerland Cheese Marketing AG (SCM), gestützt auf die neusten Zahlen der TSM Treuhand GmbH Bern, mit. Damit wurden 956 Tonnen (+1.6%) mehr Schweizer Käse exportiert als 2008. Mit einem positiven Resultat konnte Anfang des Jahres niemand rechnen. 2008 war ein Rekordjahr und Anfangs 2009 harzte es im Export ein wenig. Dies war zum einen auf zusätzliche Warenverschiebungen Ende 2008, sowie die weltweite Wirtschaftskrise zurückzuführen. Besonders erfreulich ist, dass die Exporte in Europa um +2273 Tonnen (+4.6%) zunahmen. Dies vor allem dank den Hauptmärkten Deutschland (+1965 Tonnen, +10.9%), Italien (+345 Tonnen, +2.3%) und Frankreich (+568 Tonnen, +9.6%), wo die Absätze gesteigert oder beibehalten werden konnten. Die Krise war besonders in den USA zu spüren. Dort sanken die Exporte um 1159 Tonnen (-24.3%).
Der Emmentaler AOC ist und bleibt der Exportschlager unter den Schweizer Käsen, trotz einem Verlust von – 1864 Tonnen (-8.6%). Rund jedes dritte exportierte Kilo Schweizer Käse ist Emmentaler AOC (31.8% Marktanteil). Die Kehrseite dieses Exporterfolges ist, dass viele Imitationen auf den Markt drängen und somit den Schweizer Emmentaler AOC konkurrenzieren.
2009 verbuchte der Bereich Halbhartkäse eine Steigerung von +10.6% (+1317 Tonnen). So mussten zwar Raclette (-32 Tonnen, -2.7%) und der Tête de Moine AOC (-80 Tonnen, -5.7%) ein negatives Exportjahr hinnehmen. Appenzeller® steigerte seine Verkäufe um 67 Tonnen (+1.3%), der Vacherin Fribourgeois AOC um 40 Tonnen (+15.5%).
Besonders zulegen konnten die Produkte der Kategorie „übrige Halbhartkäse“ +45% (+1612 Tonnen). Dieses Wachstum ist zum einen auf eine gesteigerte Nachfrage an Spezialitätenkäse zurückzuführen, aber den grössten Teil machten die Verkäufe von Halbhartkäsen an Schmelzkäsefabriken in Deutschland aus.
Bei den Hartkäsen resultierte ein Verlust von -1428 Tonnen (-3.9%). Dieser Verlust ist hauptsächlich auf den krisenbedingten Absatzrückgang in den USA zurückzuführen (-1078 Tonnen, -27.2%). Im Europäischen Markt konnte hingegen ein Wachstum von +230 Tonnen (+0.8%) verzeichnet werden.
Der Emmentaler AOC verlor insbesondere auf seinem wichtigsten Markt Italien (-1029 Tonnen, -8.8%), wo er durch Grosslochkäseimitate konkurrenziert wird.
Le Gruyère AOC verlor im weltweiten Exportgeschäft -805 Tonnen (-6.8%). Wird nur der europäische Markt betrachtet, konnte die meistproduzierte Schweizer Käsesorte in Europa +141 Tonnen (+2.0%) zulegen. Dies insbesondere in Frankreich (+192 Tonnen, +10.0%), wo sich die verstärkten Kommunikationsmassnahmen bezahlt machen.
Bei den Weich- und Frischkäsen konnten auch 2009 die Exporte um 843 Tonnen (+42.0 %) gesteigert werden. Besonders unsere Deutschen Nachbarn schätzen vermehrt die Schweizer Weich- und Frischkäse.
Nicht nur die Exportzahlen stiegen im 2009, sondern auch die Importe von Käse und Schmelzkäse nahmen Total um 3’031 Tonnen (+7.4%) auf 44’101 Tonnen zu. Mengenmässig haben die Einfuhren vor allem bei den Frisch- und Weichkäsen zugenommen, bei welchen es sich vorwiegend um preisgünstige Industrieware handelt, die in den Grossverbraucher- und Industriesektor fliessen.
Käseexporte (Tonnen) | 2008 | 2009 | Differenz | % | ||||
Frischkäse | 1’177.2 | 1’377.5 | 200.3 | 17.0 | ||||
Weichkäse | 789.5 | 1’432.0 | 642.5 | 81.4 | ||||
Halbhartkäse | 12’399.2 | 13’715.8 | 1’316.6 | 10.6 | ||||
Hartkäse | 36'194.8 | 34’784.5 | -1'410.3 | -3.9 | ||||
Extra-Hartkäse | 359.5 | 341.7 | -17.8 | -5.0 | ||||
Schmelzkäse | 4'091.6 | 3’627.4 | -464.1 | -11.3 | ||||
Fertigfondue | 5’042.1 | 5’087.1 | 45.0 | 0.9 | ||||
Andere Käse | 1'135.7 | 1’779.77 | 644.0 | 56.7 | ||||
Total | 61'189.6 | 62'145.7 | 956.1 | 1.6 | ||||
Quelle: TSM Treuhand GmbH, Bern. Rundungsdifferenzen sind möglich.