Antworten auf die häufigsten Fragen
Obwohl an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 20. Januar 2011 die drei Mitglieder-Gruppierungen Milchproduzenten, Käsehersteller und Handelsfirmen dem Integrationskonzept praktisch einstimmig zugestimmt haben, kam das erforderliche Unterschriftenquorum nicht zustande. Das Integrationskonzept, das auf einer Emmentaler-Charta aufbauen sollte, hatte im Kern die Integration aller Emmentaler AOC Produzenten und Handelsfirmen zum Ziel. Dieses Integrationskonzept ist nun gescheitert.
Bis zum Stichtag vom 20. Februar 2011 haben die meisten Emmentaler AOC-Produzenten und viele der Emmentaler AOC handelnden Affineure/Handelsfirmen die Emmentaler-Charta unterzeichnet. Für ein in Kraft treten der Charta wäre aber ein Quorum von 95 % der Produzenten resp. 100 % der Affineure/Handelsfirmen notwendig gewesen. Dieses Quorum wurde nicht erreicht. Damit ist die (Wieder)Integration aller Emmentaler AOC Produzenten und Handelsfirmen gescheitert, welche die Grundlage für eine gemeinsame Zukunft der ganzen Emmentaler-Branche bilden sollte. «Wir bedauern das Scheitern des Integrationskonzepts ausserordentlich, es wäre in unseren Augen eine Lösung gewesen, welche für alle Exponenten der Emmentaler-Branche zukunftsfähig gewesen wäre», kommentiert der Medienverantwortliche der Sortenorganisation, Christoph Stadelmann, das Ergebnis und ergänzt: «Wir werden nun dafür sorgen, dass die hervorragende Qualität und die hohe Reputation des Emmentaler AOC keinen Schaden nehmen».
Produktionsfreigabe zur Diskussion gestellt.
Das Scheitern des Integrationskonzepts hat zur Folge, dass es auch künftig Produzenten und Handelsfirmen geben wird, welche ausserhalb der Sortenorganisation Emmentaler AOC ohne Mengensteuerung produzieren und vermarkten. Der Integrationsprozess hat zudem gezeigt, dass auch innerhalb der Sortenorganisation unterschiedliche Ansichten über die Mengensteuerung bestehen. Zur Herstellung gleich langer Spiesse zwischen den Nicht-Mitgliedern und den ES-Mitgliedern wird der Vorstand der Sortenorganisation in den nächsten Tagen über die Produktionsfreigabe beraten. Dabei ist eine komplette Freigabe der Produktion durchaus denkbar. Der Richtpreis für Emmentaler AOC soll dabei aber bis auf Weiteres unberührt bleiben. «Der Richtpreis ist ein empfohlener Übernahmepreis ab Rampe Käserei. Er ist aber für die übernehmenden Handelsfirmen rechtlich unverbindlich», ergänzt Christoph Stadelmann.
Zukunft der Charta des neuen Produkts «SWALER» offen.
Die Emmentaler-Charta verfolgte eine weitere Zielsetzung: Die Kennzeichnung von Grosslochkäsen und potenziellen Emmentaler-Anlehnungen zu regeln. Heute kommen viele Grosslochkäse aus der Schweiz vor allem im Ausland als Emmentaler-Anlehnung auf den Markt, was den Preisdruck auf das Originalprodukt erhöht. Mit der Charta hätte man hier klare Abgrenzungskriterien betreffend Qualität und Auslobung definiert. Wie es damit weitergeht, lässt die Sortenorganisation im Moment bewusst offen. Offen lässt sich Emmentaler Switzerland auch die Antwort auf die Frage, wie es mit dem «SWALER» (Projekttitel), ein junger, pasteurisierter Grosslochkäse weiter gehen soll. «Die Tatsache, dass mit dem Scheitern der Integrationsübung möglicherweise weiter Emmentaler-Anlehnungen produziert werden, rechtfertigt die Frage, ob wir nicht selbst diesen Markt in die Hand nehmen sollten», erläutert Christoph Stadelmann.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:
Emmentaler Switzerland
Christoph Stadelmann
031 / 388 42 45
c.stadelmann@emmentaler.ch
www.emmentaler.ch